Deine Mithilfe in Santa Maria de la Armonía

Hast Du bald ein paar Monate freie Zeit? Spielst Du ein Orchesterinstrument?
Möchtest Du gerne mal rauskommen und einzigartige Erfahrungen machen?

DANN BIST DU BEI UNS GENAU RICHTIG!

Seit Anfang unseres Projektes haben mehr als 25 junge Menschen, meist direkt nach dem Schul- oder Studiumsabschluss, in der Armonía mitgearbeitet.
Wäre das etwas für Dich? Dann komm zu uns nach Argentinien und hilf mit!

Deine Aufgaben:

  • Die Kinder und Jugendlichen unterrichten
  • Freizeitbetreuung und -gestaltung

 

  • Fahrdienst für die Schüler
  • Durch offenen und vertrauensvollen Umgang Vorbild sein

Du bringst mit:

  • Kenntnisse der spanischen Sprache
  • Hohe Motivation dein Instrument zu unterrichten

 

  • Deinen (internationalen) Führerschein
  • Flexibilität und Neugierde

Die Erfahrung:

  • Leuchtende Kinderaugen
  • Du lernst eine ganz neue Kultur und Lebensart kennen
  • Du erfährst die wunderbare Grenzenlosigkeit und Vielfältigkeit der Musik
  • Ein Leben in überwältigender Natur

 

  • Du lernst Verantwortung für Dich und andere zu übernehmen
  • Du hilfst mit, eine Alternative zu Gewalt und Drogen zu eröffnen
  • Du prägst die Leben vieler Menschen und hinterlässt Spuren, die weiterwirken

Hast Du Lust mitzumachen? Dann melde Dich am besten per E-Mail bei uns: info@la-armonia.org

Was Ehemalige berichten

Bericht Niños en Armonia – 2011 Eine Rückkehr nach 7 Jahren

Ein freudiges Gefühl begleitete mich auf der Reise in das mir bereits bekanntes Land. Vor sieben Jahren konnte ich schon einmal Argentinien kennen lernen und für etwa acht Monate im Projekt mitarbeiten. Damals war alles noch sehr im Aufbau begriffen. Zwar konnten schon einige Kinder gut mit ihren Blockflöten umgehen, das Streichen auf Geigen oder Cellos hatten sie jedoch erst kürzlich begonnen. Auch was die Ausstattung und die Räumlichkeiten anbelangte, erwies sich die Projektarbeit damals weit schwieriger als heute. Es gab noch keine eigenen Räumlichkeiten und die Instrumente mussten vor jedem Unterricht teilweise weite Strecken mit dem Auto transportiert werden.

Als ich dieses Mal den ersten Unterrichtstag in La Armonia mitbekam, konnte ich feststellen, dass sich viel geändert hat. Die Kinder und Lehrer haben ihre eigene renovierte „Cochera“ – die einstige Garage für die Kutschen – in denen Sie in Ruhe miteinander musizieren und unterrichten können. Auch steht ein großer Tisch bereit, an dem die Kinder gemeinsam im Kreis ihre Mahlzeit einnehmen können – weiterhin ein Fixpunkt an jedem Unterrichtstag. In dem großen Aufenthaltsraum steht ein Regal, in dem die Kinder Spiele finden, um sich in der Zeit zwischen den Unterrichtsstunden zu beschäftigen. Weit mehr als diese „materiellen“ Umstände beeindruckten mich die Zahl der am Projekt mitspielenden Kinder sowie auch deren musikalisches Können. Ich war erstaunt einige junge Mädchen zu hören, die in ihrem Geigenspiel schon so fortgeschritten sind, dass sie probieren, den Klang ihrer Instrumente mit einem Vibrato zu verschönern. Doch die größte Sensation war für mich das kleine Orchester, in dem sich die Kinder in koordiniertem Zusammenspiel beweisen können. Ein solches war vor sieben Jahren noch nicht denkbar gewesen. Ich hatte meine Freude, als ich selbst die zweite Geige unterstützen durfte.

Ich kann nun auf zwei Aufenthalte in La Armonia zurückblicken und muss festhalten, dass enorme Fortschritte erreicht wurden, auch wenn jeder Tag weiterhin ein hartes Stück Mühe bedeutet. Ich freue mich schon auf eine weitere Reise in der Zukunft.

Wenn man nach einer Fahrt auf achsenfeindlichen, schlaglochreichen Feldwegen die oftmals mehr als einfachen Behausungen vieler Kinder sieht, wundert man sich, wie diese so kindlich und unbeschwert sein können, wie sie sich manchmal im Projekt zeigen und wie sie gleichzeitig das Durchhaltevermögen besitzen, das nötig ist um ein Instrument zu lernen. Hier wird ihnen jedoch nicht nur beigebracht ein Musikinstrument zu spielen, sondern auch sich in Disziplin zu üben, Einsatz zu zeigen und musikalisch wie sozial miteinander zusammenzuspielen. Das fällt vielen bei dem rauen Ambiente und der Grenzenlosigkeit des Umfeldes aus dem sie stammen schwer. Umso wichtiger ist deshalb auch die Erziehung neben der Musik. Die beginnt schon bei der Ankunft in der zu Unterrichtsräumen umgebauten ‚Cochera‘ (Garage): nach der Schule wird der Tisch gedeckt, es wird gewartet bis alle Essen auf dem Teller haben und ein Tischgebet wird gesprochen. Für viele Kinder ist es der erste geregelte Mittagstisch.

Der Unterricht findet in der ehemaligen Estancia“ Santa Maria de la Armonia “ und in den Schulen der näheren Umgebung statt. Die Kinder erhalten von Musikern aus der nahen Küstenstadt Mar del Plata und -trotz mehrstündiger Anreise- aus Buenos Aires Einzel- und Gruppenunterricht . Sie bekommen soweit möglich eigene Instrumente, die sie mit nach Hause nehmen dürfen, um dort üben zu können. Unglaublich aber wahr: sie tun dies sogar!
Samstags kommen sie schon morgens mit ihren Cello-, Bratschen- und Geigenkästen in die ‚Cochera‘ und es wird im ‚Conjunto‘ (in diesem Fall: kleines Streichorchester) geprobt. Nachmittags kommen die Jugendlichen (bis 18 Jahre), die zum Großteil schon lange Jahre dabei sind. Auch sie spielen nach dem Einzelunterricht im ‚Conjunto‘. Besonders gut gefällt ihnen das ‚Allegro‘ aus der Wassermusik von Georg Friedrich Händel. Kontrastreich die klassische Musik im Verhältnis zu Reggaeton und Cumbia, die Musikrichtungen, welche sie in ihrer Freizeit hören. Deshalb aber nicht weniger reizvoll, wie ihre Begeisterung beweist.

Ich arbeite mittlerweile seit drei Monaten in diesem Projekt mit und kann so die Erfolge, welche die Kinder verzeichnen, als auch die Schwierigkeiten, mit denen sie sowohl in musikalischer Hinsicht, als auch in ihrem Alltag zu kämpfen haben, hautnah miterleben. Schon oft boten sich mir Situationen, die gleichzeitig glücklich machen und zu Tränen rühren. Wenn zum Beispiel ein Junge, der in einem Haus wohnt, dessen „Mauern“ aus alten verrosteten Wellblechteilen bestehen, hochmotiviert und konzentriert hinter seinem Cello sitzt, stolz wie Oskar, weil er schon bei den ‚Großen‘ im ‚Conjunto‘ mitspielen darf und dann auch noch allen zeigt, dass er es kann. Momentan bereiten wir uns auf ein Konzert in Buenos Aires am 4. November vor. Die Veranstaltung findet in der Universität von Belgrano statt und wird für die Kinder eine gänzlich neue und aufregende Erfahrung sein, die ihnen einmal mehr zeigen wird wozu sie fähig sind und dass harte Arbeit und Engagement letztendlich mit Erfolg belohnt werden.

Ob es denn dort Internet gibt, wollte ich als Erstes wissen. Und was man denn so machen kann, neben dem Unterricht. Dann erst kamen die vielen anderen Fragen über das unbekannte Leben in Argentinien. Um nicht zu lang und auch nicht zu kurz dort mitzuarbeiten, entschied ich mich für 4 Monate. Das war zwischen August und Dezember 2012.

Natürlich war erstmal alles anders und neu: die Sprache, die Landschaft, nur unbekannte Leute, eine andere Infrastruktur als zuhause, zu viel Wind…aber als Ulrike (Flemming) und ich in der Estancia ankamen und wir die versammelten Kinder hörten, wie sie ihre Stücke vorspielten, wusste ich, dass ich am richtigen Ort bin, dass ich dort viel erleben, lernen und geben kann und werde. Ulrike reiste bald wieder ab und so begann ich mich dort einzuleben, was schnell und gut ging durch die herzliche Aufnahme durch die „Servidoras“ und die sehr kontaktfreudigen, interessierten, offenen Schüler des Projekts. Sofort wurde man mit tausend Fragen überschwemmt und wurde schnell zu einem Teil der Gemeinschaft der„Armonía“.

So begann also das Leben dort zum Alltag zu werden, mit Mittagessen, gemeinsamer Freizeit, Geigenunterricht, Orchesterproben und dem Fahren der Kinder. Als dann nach einigen Wochen noch ein anderer Praktikant kam, fingen wir an viel in die Stadt zu fahren mit Leuten, die wir dort kennengelernt haben. Mit der Zeit bekam ich so viel Freude an allem, dass ich beschloss nochmal von Februar bis Juli hinzugehen. Ab Februar waren wir dann drei Praktikanten und konnten sehr viele zusätzliche Klassen und Orchesterproben machen. So haben wir die Kinder nochmal besser kennengelernt und konnten in intensiver Arbeit mit jedem Einzelnen sehr viel aus ihnen rausholen und viel erreichen. Das war dann wirklich eine Vollzeitbeschäftigung. Samstag abends und sonntags sind wir oft mit Freunden in die Stadt gegangen, waren beim „Asado“ essen und bei Geburtstagen eingeladen. Hier haben wir viele Familien näher kennengelernt, was ein wichtiger, schöner Teil des Ganzen war.

Es war unglaublich beeindruckend, zu erleben, wie unsere Schüler trotz noch so schwieriger Umstände mehrmals in der Woche fast immer gut gelaunt zu uns kamen, um zu musizieren. Sie lernen einen respektvollen Umgang, Tischmanieren, Ordnung zu halten und durch das gemeinsame Spielen, aufeinander Rücksicht zu nehmen und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. All das tragen sie dann auch in ihre Häuser und Familien. Sie sind bei allem mit viel Freude und Konzentration dabei und sehen sich in der Armonía aufgenommen und wertgeschätzt, was bei vielen im normalen Umfeld fehlt. Wenn sie merken, dass sie nach viel Arbeit Fortschritte machen auf ihrem Instrument, strahlen sie heller als die Sonne. So erfahren sie hier, was es heißt, sich auf etwas zu konzentrieren und durch entsprechende Anstrengung etwas zu erreichen. Sie merken, dass sie nicht schlechter sind als andere und dass sie viel aus ihrem Leben machen können, wenn sie es wollen. Genau das wird einem auch klar, wenn man dort ist: man sieht deutlich, dass viel drin steckt in allen und dass sie aber durch ihre soziale Situation viel Hilfe brauchen, alles aus ihnen herauszubekommen.

Wir sollten uns hier einer großen sozialen Verantwortung bewusst sein und dieser nachkommen! Die Musik ist ein wunderbares Mittel diese zu entdecken und wahrzunehmen, denn Musik verbindet Menschen wie nichts anderes auf der Welt! So wurde meine Zeit in Argentinien geprägt von beeindruckenden Erlebnissen und vielen neuen Freundschaften!
Ich würde jederzeit wieder rüberfliegen. Ob es Internet gibt oder nicht, wäre mir jetzt egal…

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