Praktikumsberichte
 
 
 
 
 
 
 
Praktikumsberichte

Korbinian Nagel:

Bericht Niños en Armonia – 2011 Eine Rückkehr nach 7 Jahren

Ein freudiges Gefühl begleitete mich auf der Reise in das mir bereits bekanntes Land. Vor sieben Jahren konnte ich schon einmal Argentinien kennen lernen und für etwa acht Monate im Projekt mitarbeiten. Damals war alles noch sehr im Aufbau begriffen. Zwar konnten schon einige Kinder gut mit ihren Blockflöten umgehen, das Streichen auf Geigen oder Cellos hatten sie jedoch erst kürzlich begonnen. Auch was die Ausstattung und die Räumlichkeiten anbelangte, erwies sich die Projektarbeit damals weit schwieriger als heute. Es gab noch keine eigenen Räumlichkeiten und die Instrumente mussten vor jedem Unterricht teilweise weite Strecken mit dem Auto transportiert werden.
Als ich dieses Mal den ersten Unterrichtstag in La Armonia mitbekam, konnte ich feststellen, dass sich viel geändert hat. Die Kinder und Lehrer haben ihre eigene renovierte "Cochera" - die einstige Garage für die Kutschen - in denen Sie in Ruhe miteinander musizieren und unterrichten können. Auch steht ein großer Tisch bereit, an dem die Kinder gemeinsam im Kreis ihre Mahlzeit einnehmen können - weiterhin ein Fixpunkt an jedem Unterrichtstag. In dem großen Aufenthaltsraum steht ein Regal, in dem die Kinder Spiele finden, um sich in der Zeit zwischen den Unterrichtsstunden zu beschäftigen. Weit mehr als diese "materiellen" Umstände beeindruckten mich die Zahl der am Projekt mitspielenden Kinder sowie auch deren musikalisches Können. Ich war erstaunt einige junge Mädchen zu hören, die in ihrem Geigenspiel schon so fortgeschritten sind, dass sie probieren, den Klang ihrer Instrumente mit einem Vibrato zu verschönern. Doch die größte Sensation war für mich das kleine Orchester, in dem sich die Kinder in koordiniertem Zusammenspiel beweisen können. Ein solches war vor sieben Jahren noch nicht denkbar gewesen. Ich hatte meine Freude, als ich selbst die zweite Geige unterstützen durfte.

Ich kann nun auf zwei Aufenthalte in La Armonia zurückblicken und muss festhalten, dass enorme Fortschritte erreicht wurden, auch wenn jeder Tag weiterhin ein hartes Stück Mühe bedeutet. Ich freue mich schon auf eine weitere Reise in der Zukunft.